Archiv der Kategorie ‘erinnern‘

 
 

Aufbau eines Wortschatzes

In den süßen Achtzigern gab es ja auch diese Hefte, bei deren Anblick meine Mutter immer die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Ich lieh sie mir von Lars aus, der immer einen reichhaltigen Vorrat zu Hause hatte, vom Gebrauchtcomicladen mit Tausch und Zuzahlung günstig erstanden. Und was für wunderschöne Wörter, was für wunderschöne Namen doch in diesen Heften auftauchten:

Lechz

Fummeln

Fröhn

Weizenkeim

Der böse Watz

Unvergessen auch die Filmparodien. Die kleinen Zeichnungen an den Hefträndern. Das Klappbild auf der letzten Seite.

Schöne Sprüche, die man so nicht mehr hören wird

“Sieht ja aus wie’n langhaariger von Moskau ferngesteuerter Bombenleger.”

Musik im Kopf

Warum das jetzt gerade mein Hirn verstopft, weiß ich auch nicht:

Wenn du abends eiskremessend von der Tanzstunde nach Hause gehst
Wenn du morgens mit der neuen Bravo an der Haltestelle stehst
Wenn du bei McDonalds in der Schlange deinen Kopf nach hinten drehst
Kannst du sie sehen
Du kannst sie sehen.
Tag und Nacht wird sie bei dir sein
Tag und Nacht wird sie bei dir sein – die Polizei

Polizisten – Extrabreit

Das blödeste Jahrzehnt des Jahrtausends

Und Nilz hat ein Lied drüber gemacht. Ich widme das hier mal all denen, die für die Achtziger einfach noch zu klein waren damals.


Die 90s – Der Song from Nilz Bokelberg on Vimeo.

“And then this pussy Kurt Cobain came along and ruined everything”

(Randy “The Ram” Robinson in The Wrestler)

Die Eisenbahn stirbt

Lokomotive am Wilhelmsruher Damm

LEGO stampft seine Neun-Volt-Eisenbahnserie ein, Märklin ist insolvent und jetzt stirbt auch noch BRIO, Erfinder einer der schönsten und meistkopierten eisenbahnbasierten Spielzeuge. Womit sollen meine Kinder spielen? Mit Holzflughäfen etwa?

Der Spielwarensektor setzt den Trend und mit der Eisenbahn stirbt mein allerliebstes Fortbewegungsmittel. Und die Deutsche Bahn selbst tut ja auch alles, um noch den letzten Mitarbeiter und Kunden zu vergraulen.

And the sons of pullman porters
And the sons of engineers
Ride their father’s magic carpet made of steam
Mothers with their babes asleep
Are rockin’ to the gentle beat
And the rhythm of the rails is all they dream

City of New Orleans – Steve Goodman

Gute-Alben-Liste: Wunderkinder

Es gibt Musiker, die es im Laufe der Jahre, ja Jahrzehnte auf die dunkle Seite des Pop gezogen hat. Irgendwann wurden die Texte banaler, die Musik schmalziger und ehe man sich’s versieht, schreibt der Held deiner Teenagerzeit nur noch Schnulzen oder moderiert blöde Liebesshows im Fernseh.

So geschehen mit Heinz Rudolf Kunze, dem ehemaligen Studienrat an dem Osnabrücker Gymnasium, auf das meine Cousins und Cousinen gegangen sind und der mich die halben Achtziger begleitet hat. “Wunderkinder” gehört – ich gebe es offen zu – zu den Alben, die mich in meiner Jugend wahrscheinlich am stärksten politisch motiviert haben. Nicht, dass ich als braver Pastorensohn irgendwann angefangen hätte, ein Palituch umzuwerfen und auf Demos mitzulaufen, aber Lieder wie “In der Sprache, die sie verstehn” oder das heftig getextete Antitierversuchslied “Kadaverstern” waren eben doch nicht einfach so zum Mitsingen, sondern dann auch noch zum Nachdenken. Ich habe das Album vor zwei Jahren eher aus Versehen wieder angehört und war immer noch restlos begeistert, trotz des Alters. Auch heute ist das ganze Ding noch hörenswert, und wem die Politmessage zu doof ist, der freue sich halt an vom Deutschoberlehrer sauber betexteten “Sie sind gelandet” oder “Finden Sie Mabel”.

Und wer sagt denn, dass die Botschaften nicht topaktuell sind? Hier:

Versteht sich, Herr Direktor,
wo kämen wir da hin,
wir sichern schließlich auch die Arbeitsplätze
Die Marktwirtschaft ist frei!
Der Wettbewerb ist hart!
Was brauchen wir da härtere Gesetze?

Unsre Kinder werden uns noch dankbar sein.
Wir taten mit Bedauern, was wir mußten.
Sie hocken vor dem Bildschirm, Taschenrechner in der Hand
und kichern vor Vergnügen bei Verlusten

Mitten in der Nacht,
in der Lobby ist noch Licht
die Dunkelmänner machen Politik
Realos tragen Rolex,
Realos schlafen nicht,
die Lobby ist der Führerbunker im Kontenkrieg

In der Lobby ist noch Licht – Heinz Rudolf Kunze

Berliner Aquarium für Geeks

Eine Menge feiner Tiere für die Illustration meines Werdegangs als Geek sind im Berliner Aquarium zu finden:

Python 2.6.1

Ein grüner Python.

S.u.S.E.

Das SuSE-Chamäleon.

Turtle ohne Grafik

Eine Schildkröte mit Turtle-Grafik drauf, Erinnerungen an meine Aufgabe im OO-Praktikum werden wach.

Tod einer Göttin

“Citroën legt die DS neu auf” – was für eine lächerliche Ankündigung angesichts der dann stattgefundenen PR-Aktionen der französischen Autobauer. Pupsige Kleinwagenmodelle, die an die “Göttin” von früher unter gar keinen Umständen ranreichen. Sie hätten die Neubelebung der zwei Buchstaben lieber bleiben lassen sollen, das hätte ihnen vermutlich eine Menge Spott und Häme erspart.

Göttin

Via Don Dahlmann auf Twitter.

Fünfzig Jahre

Denkmal für Buddy Holly

A long, long time ago…
I can still remember
How that music used to make me smile.
And I knew if I had my chance
That I could make those people dance
And, maybe, they’d be happy for a while.

But February made me shiver
With every paper I’d deliver.
Bad news on the doorstep,
I couldn’t take one more step.

I can’t remember if I cried
When I read about his widowed bride,
But something touched me deep inside
The day the music died.

Dank an Spreeblick für die Erinnerung. Am 3. Februar starb Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz. Ich muss bei dem Lied oben immer eine kleine Träne verdrücken.

Ach ja: Eine völlig andere Perspektive auf das Geschehene boten natürlich die ärzte mit “Buddy Hollys Brille“.

Schlimme Erinnerungen

Drüben bei Freunden läuft gerade eine Runde Nostalgie – wir erinnern uns der Musik aus vergangenen Tagen. Wo ich gerade an die Achtziger denken muss:

Schön der Moment, als Lars und ich in der Disco unbedingt diese spezielle Klatschtechnik von Billy Idol im Video zu “Flesh For Fantasy” ausprobieren wollten. Dabei schlugen wir praktisch gleichzeitig unsere Nervi ulnarii (also jeder einzeln) so dermaßen unglücklich gegeneinander, dass wir erst einmal raus in den Schnee mussten, die Ellbogen abzukühlen.

Hier zum Üben: