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Ein Tag in Waldenbuch

So waren wir also eingeladen, als Botschafter des guten Geschmacks das Allerheiligste zu sehen, den Ort, an dem sich alle unsere Träume erfüllen sollten. Für uns Berliner ging es derart früh los, dass wir (also die Kekspertin Anne und ich) in Waldenbuch noch den sinnvollen Einsatz der Gewerbesteuer, die Ritter Sport so zahlt, am lebenden Stadtbild erforschen konnten.
Um elf Uhr öffneten sich dann die Pforten und wir hatten die Gelegenheit, bei einem kleinen Frühstück (wahlweise Schokolade oder Schokolade oder auch Croissants mit Schokoladencreme) die anderen in Augenschein zu nehmen. Ich war von der Mischung positiv überrascht. Wirkten die Kommentare auf dem offiziellen Blog auf mich manchmal etwas einseitig, war hier ein doch sehr zusammengewürfelter Haufen von semiprofessionellen Foodbloggern über einfache Fans bis hin zu Künstlern und dem obligatorischen “Social-Media”-Experten versammelt.
TOP eins: Ein bereits pensionierter Angestellter, Herr Faiss, der Jahrzehnte seines Lebens damit verbracht hatte, Schokolade zu herzustellen, führte uns durch die Produktion. Der Mann war eine gute Wahl, denn er konnte erstens Geschichten erzählen und zweitens war er selbst so begeistert von seinem ehemaligen Arbeitnehmer, dass ich ihm bereitwillig alles abnahm, was an Lob über die Firma rüberkam. Kernpunkte seiner Lobesreden war das echte Marzipan in der Ritter Sport Marzipan und die in echtem (!!!) Jamaica-Rum eingelegten Sultaninen in der Rum-Traube-Nuss.
Leider existieren aus Sicherheitsgründen keine Fotos aus der Produktion, ich kann aber sagen, dass es aussah wie bei der Sendung mit der Maus, nur in echt. Überall waren riesige Bottiche mit Bruchschokolade und ich musste (versehentlich) derart hungrig geguckt haben, dass mir eine Mitarbeiterin der Verpackung augenzwinkernd eine Tafel “für zum Mitnehmen” zusteckte. So bin ich jetzt im Besitz einer “Whole Almonds” für den angelsächsischen Markt, die leicht fehlverpackt ist. Wenn ich die Tafel aufhebe, kann ich damit in vierzig Jahren vermutlich unser Haus abbezahlen.
Danach ging es Mittag essen und ich kann – denke ich – für 90% meiner Mitbotschafter sprechen, wenn ich erwähne, dass wir sehr froh darüber waren, dass es dort auch deftige Gerichte gab. Danach wurden wir darüber aufgeklärt, was in der Schokolade, die wir Tafel für Tafel in uns hinein schaufeln, alles drin ist. Und ich kann euch sagen, nur gute Sachen. Im Gegensatz zur Konkurrenz natürlich.
Zum Abschluss durften wir – und das hat mich ehrlich gefreut, auch wenn ich mich ja immer gerne lustig mache – tatsächlich diskutieren, was unsere Aufgaben als Botschafter so sind und welche Aktionen sich noch planen lassen. Wir Berliner Botschafter kamen mit der Forderung nach einem Konsulat direkt im Flagship Store am Gendarmenmarkt leider nicht durch, aber wenn ihr, liebe Leserinnen und Leser, noch Einfälle habt, in denen es um wahnwitzige PR-Aktionen in Verbindung mit tonnenweise Schokolade geht, nur her damit. Ritter Sport hat zugesagt, uns Botschafter ausgiebig zu unterstützen.
Im Flughafen war mir dann schon etwas mulmig, weil ich mein Handgepäck äußerst knapp bemessen hatte, die Marketingabteilung es sich aber nicht nehmen ließ, uns zum Abschied noch reichlich (500-Gramm-Tafel!) zu beschenken. Dank zweier sehr netter Schaltermitarbeiterinnen von Air Berlin durfte ich aber dick bepackt nach Hause fliegen und schwor noch im Flieger, nie wieder auch nur ein Stück Schokolade zu essen. Bis zum nächsten Morgen. Vielleicht.
Brickmanns Urlaubsfotos
Wie angekündigt, sind hier ein paar Urlaubsfotos von Brickmanns, die – wie wir doch alle – natürlich zurück im Alltagsstress das Sortieren der Bilder auf die lange Bank geschoben hatten.
Das Ganze fing fast schon klassisch mit einer Reifenpanne an. War klar, dass die Mistdinger auf der Schotterpiste nicht lange halten würden. Weiter geht es dann auf Flickr.
Ab in den Urlaub
Jonas und Anja Brickmann werden dieses Mal mitkommen und ihren ganz eigenen Urlaub erleben – mit Wohnmobil und Hund. Ein ganz, ganz lieber Dank geht noch mal an den besten Patensohn der Welt und seine Familie, die diese Serie erst ermöglicht haben, indem sie mir dieses Set geschenkt haben!
Ein Herz voller Legosteine
Es gibt ganz viele verschiedene Nerds. Es gibt welche, die schreiben selber Star-Trek-Geschichten, andere denken sich Drehbücher für Serien aus, die nie in Produktion gehen, wieder andere ziehen sich seltsame Klamotten an und hauen sich im Wald mit Schaumstoffschwertern gegenseitig auf die Kettenmütze. Aber am allerallerliebsten von allen sind mir die LEGO-Nerds, im Fachjargon auch AFOLs genannt (Adult Fan Of LEGO, also “Erwachsener LEGO-Fan”). Auch dieses Jahr waren sie wieder in Berlin, dieses Mal im sozialistischen Prachtbau mit Holzverschalung in der Wuhlheide, zum 1000SteineLand.
Einige Impressionen aus meinem Flickr-Album:
Viele der Fotos habe ich ja gemacht, um mir Ideen zu klauen. So einen wollte ich beispielsweise schon länger bauen.
Eine unselige, aber gut ausgedachte Verquickung von realer und LEGO-Welt – Public Viewing für Minifigs und Besucher auf dem Flachbildfernseher.
Meine Favoriten sind diese kleinen Details am Rande, Szenen und Geschichten mit Minifiguren, die sich nahtlos in die großen Modelle einfügen.
Das Schöne an diesen LEGO-Nerds ist ja auch der Familiensinn – wenigstens die Hälfte der Aussteller waren mit der ganzen Familie gekommen und waren auf Anfrage auch gerne bereit, sich über Schwierigkeiten beim Bauen oder der Steinefindung auszulassen oder aber die Story hinter ihrem Modell haarklein darzulegen.
Und dass ich hinterher nicht ausreichend Bargeld hatte, um mit noch was Schönes aus den Shops mitzunehmen – nur die Kinder haben was bekommen – war nicht weiter schlimm, denn ich habe jetzt den Geheimtipp bekommen, mit dem man die Sammelfiguren der neuen LEGO-Serie, die alle identisch verpackt sind, schon auf der Packung identifizieren kann. Alleine dieser Tipp war Gold wert.
Putzen
Da stand er nun, Bordingenieur mit einem Diplom (cum laude!) in Luft- und Raumfahrt von der Technischen Universität Coruscant und durfte den Lambda Class Shuttle schrubben, während sich alle anderen auf Landurlaub vergnügten.




















