Kameraentscheidungen

Ich träume ja schon länger von einer etwas besseren Digitalkamera als meiner guten alten Canon Powershot A540. Nun ergibt sich vielleicht die Möglichkeit, durch die Veräußerung meiner recht umfangreichen Lego-Technik-Sammlung inklusive fast aller alten Mindstorms-Kästen (ich baue eigentlich nicht mehr damit, sondern hauptsächlich Dinge für Stadt und Eisenbahn) genug Geld zusammenzubekommen, um mir eine Kamera im 500-Euro-Bereich leisten zu können. Mehr ist nicht drin. Wie ihr ja schon bemerkt habt, habe ich bislang mit der Canon Powershot G9 geliebäugelt, aber Thomas‘ Einwürfe zur Winzigkeit des Sensors und der bekloppt großen Pixelzahl haben mich doch ins Schleudern gebracht. Ich will hier mal ein paar meiner aktuellen Gedanken zu einer neuen Kamera in den Ring werfen und meine LeserInnen bitten, mir mit Rat und Tat und Tipps zur Seite zu stehen. Wenn aber einer sagt „du brauchst mindestens tausend Euro“, dann muss er mir die zu Weihnachten schenken, okay?

  1. Eigentlich bin ich ja einer, der nicht unbedingt mit der Kamera loszieht, um Fotos zu machen. Bislang arbeite ich so, dass ich immer meinen Apparat dabeihabe, um alles abzulichten, was ich interessant finde. Das spricht ja für eine Kompakte. Allerdings ist meine A540 ja noch nicht kaputt.
  2. Andererseits träume ich oft davon, die Einschränkungen meiner Kamera zu überwinden. Dazu gehören vor allem drei Dinge:
    • Ich möchte gerne auch mal HDR-Fotos machen, ohne meine Kamera auf mein Ministativ zu setzen und dreimal auszulösen, in der Hoffnung, dass ich dabei die Kamera nicht verwackle. Stichwort: Bracketing. Ich habe das bei Leo gesehen.
    • Ich möchte keine JPEGs als Ausgabeformat haben, damit ich besser an meinen Fotos herumbasteln kann. Stichwort: RAW-Modus.
    • Ich möchte eine Riesenobjektivöffnung, um Bilder mit sehr geringer Schärfentiefe machen zu können. Stichwort: Wechselobjektive, da die Kompakten maximal eine Öffnung von 2,8 haben. Ich hätte gerne wenigstens 1,8, irgendwann, muss nicht gleich zu Anfang sein.
    • Ich will Makro. Wie ist das bei DSLRs? Da muss man doch ein teures Objektiv kaufen, oder tut es da auch eine Makrolinse?
  3. Die Kamera muss nicht das allerneueste Modell sein, aber ich will auch keine Gebrauchte kaufen.
  4. Sollte es doch eine DSLR sein, müssen es auch nicht 10-12 MP sein. Alles ab 6MP mit einem APS-C-Sensor scheint für meine Zwecke ausreichend.

Schwierige Entscheidung. Folgende Kameras finde ich attraktiv:

  • Die Canon EOS 350D: schon älter, hat aber alle Features der 400D, wenn ich richtig sehe, gibt es mit Kit-Objektiv ab 499 €. 8 MP, Bracketing, RAW. Nachteil: Das Kit-Objektiv soll relativ unterirdisch sein. Fraglich aber, ob ich das überhaupt merke.
  • Die Pentax K100D super: nur 6MP, aber holla – Bildstabilisator im Gehäuse! Und das Kit-Objektiv ist wohl ganz gut. Ich könnte zunächst sogar das alte 2,0-er 50-mm-Objektiv der alten Program A verwenden. Außerdem ist dass Ding wohl sehr robust gebaut, was in einem Haushalt mit Kindern sicherlich ganz praktisch ist. Und meine erste SLR war ja auch eine Pentax.
  • Die Canon Powershot G9: halt immer noch attraktiv. Gut zum immer dabei haben, Bracketing und RAW. Aber alle Nachteile, die kleine Kameras so haben.

Was sagt ihr?

7 Gedanken zu „Kameraentscheidungen

  1. bergemensch

    Also zu Auswahl eins: Die 350D mit dem Kit-Objektiv kannst du gern mal testen. Die besitze ich. Das Kit-Objektiv ist wirklich nicht das Wunder im Gegensatz zu den anderen erhältlichen. (Man kann aber Fotos machen 😉 .) Außerdem würde ich noch etwas für den Tele-Bereich empfehlen, da 18-55 oft nicht reicht. Ich werde mir in naher Zukunft eine eierlegende Wollmilchsau (18-200) zulegen. Man muß zwar Abstriche machen, hat aber immer alles dran und muß nicht dauernd wechseln. (Beim Ausflug mit Familie doch nervig.)
    Vielleicht nimmst Du auch nur den Body und gleich ein anderes Objektiv.
    Hier gibt es einen ausführlichen Test fast aller Canon-Objektive mit der 350D. Ganz neuer Test des EF-S 18-55 IS.
    Canon hat die Bildstabilisatoren übrigens in den Objektiven. Gibt natürlich auch Objektive ohne, z.B. das Kit-Objektiv.
    Weiterer Pluspunkt einer DSLR ist das man einfach noch mehr Spielereien machen kann, z.B. mit einem größeren Blitzgerät usw. . Die Weihnachtswünsche werden also nie enden 😉 .
    Falls Du noch etwas zu CF-Karten und der 350D wissen willst, schau hier .

  2. maggi Artikelautor

    Bei CF-Karten fällt mir noch was ein: Ein weiterer großer Vorteil der Pentax ist, dass ich meine SD-Karten weiterverwenden kann und dass sie mit AA-Batterien läuft. Das mag ich an meiner Powershot so gerne – wenn die Akkus leer sind, kann man einfach einen Satz popliger Batterien aus dem Supermarkt reinstecken und weiter geht’s.

  3. mb

    Zu dem Thema lässt sich ganz viel schreiben, ins Detail gehen kann man beinahe endlos weit. Die beiden wichtigsten Vorteile einer DSLR gegenüber Kompaktkameras sind für mich (und haben gereicht, um das Argument „Eine kleine Kamera habe ich immer dabei“ aufzuwiegen):

    Der Sensor ist größer, erheblich größer. D.h. man hat ein absolut verwendbares ISO 1600 für Aufnahmen bei wenig Licht. Weiterhin ist durch die größere Sensorfläche eine geringere Tiefenschärfe möglich (das war Dir ja wichtig), eine große Anfangsöffnung des Objektivs ist nämlich nur eine „Komponente“, die man dazu braucht.

    Wechselobjektive. Extreme Perspektiven, Teleaufnahmen, Makrofotografie… So flexibel ist man halt nur durch wechselbare Objektive. Leider ein Bermuda-Dreieck für Geld 😉

    Konkret kann ich mich noch zum Thema Makro äußern: Das mit den Nahlinsen ist so eine Sache. Einfache Nahlinsen mit nur einem Element sind nicht teuer, aber auch nicht besonders gut (Randunschärfe, Farbsäume, etc.), im Grunde ist das ein Vergrößerungsglas, das man vor das eigentliche Objektiv hält. „Richtige“ Nahlinsen (sog. Achromaten oder Apochromaten) bestehen aus zwei oder mehr Elementen und kosten schon mal mehr als 100 Euro. Da ist dann die Frage, ob sich das lohnt. Ich halte Zwischenringe eher für empfehlenswert: Indem man den Abstand zwischen Objektiv und Sensor/Film vergrößert, vergrößert sich auch der Abbildungsmaßstab. Z.B. ergibt ein 5 cm Zwischenring zusammen mit Deinem 50mm f/2 Objektiv einen Maßstab von 1:1. Das ist sehr viel und Zwischenringe sind nicht teuer, enthalten ja nur Luft 🙂

  4. Thomas

    Also bei der Auswahl, die Du anführst, würde ich mich wohl für die Canon 350D entscheiden. Das ist zwar schon etwas abgehangene Technik, aber das muss nicht unbedingt schlecht sein. Und schlecht ist die Kamera bestimmt nicht. (Persönlich habe ich die Einsteigerklasse übersprungen und bin bei Nikon ins „zweite Glied“ gesprungen, aber das ist dann auch eine Budgetfrage.)

    Zur K100D Super habe ich bisher nur einen Kurztest gelsen, aber so richtig vom Hocker hat er mich nicht gehauen. Definitv sollte man wohl keine K100D ohne Super kaufen, weil die wohl mit JPEGs Probleme haben soll.

    Das mit dem Standardakkus lockt schon. Hatte ich bei meiner alte Kamera auch und es gab auch ein- oder zweimal Momente, wo mich eine Hand voll Alkaliebatterien gerettet hat. Für mich war für lange Zeit eine absolute Forderung, dass die Kamera mit AA-Batterien/Akkus laufen muss.

    Um ehrlich zu sein: Ich habe mich damit für gut ein Jahr bei der Entscheidung für eine neue Kamera regelrecht blockiert.

    Die Systemakkus haben auch ihre Vorteile. Sie haben einfach mehr Saft und halten mehr Saft. Meine NiMH-Akkus waren teilweise schon wieder halb entladen, bevor sie zu Einsatz kamen. Brrrr.

    Wenn Du willst, dann kannst Du die 350D auch mit AA-Zellen betreiben. Es gibt einen zusätzlichen Akku-Griff, der alternativ zu zwei(?) Systemakkus auch einen Batterieeinsatz für AAs bietet. Habe mit so ein Teil für meine D80 gekauft un bin zufrieden (nicht dass ich sie schon jemals hätte mit AAs betreiben müssen…)

    So ein Teil hat den Vorteil, dass die Originalteile einen zweiten Auslöser für die Handhabung in Hochkant haben. Die Kamera liegt dann auch hochkannt „satt“ in der Hand und man kann die Auslösen, ohne die Hand verdrehen zu müssen. Seit ich das Teil habe, ist der Anteil meiner Hochkantbilder rapide gestiegen.

    Wenn Du Dir sowas nicht gleich/bald zulegen willst, solltest Du zumindest darauf achten, dass Du eine Kamera wählst, für die es sowas gibt.

    Die Wiederverwendung Deiner Altobjektive bei der Pentax würde ich auch nicht zu hoch bewerten.

    Wenn das Bajonet passt, dann kannst Du die Altlinse an Gehäuse schrauben, sodass sie nicht abfällt. Aber das ist nur die halbe Miete (wenn überhaupt). Wie sieht es aus mit Autofokus? Blendenübertragung? Offenblendenmessung? Identifikation des Objektives? Sprich: Wie gut kann die Kamera mit dem Objektiv umgehen und inwieweit ist das Gespann zusammen nutzbar.

    Bei Pentax soll die Kompatibilität zwar sehr gut sein, aber dennoch glaube ich, da lauern einige böse Überraschungen, wenn man das vorab nicht gründlich klärt.

    Ein weitere Problem ist die Brennweitenverlängerung. Durch den kleineren Sensor ändert sich die „gefühlte“ Brennweite. Ein 50er-Objektiv wird bei einer typischen DSLR mit einem APS-C-Sensor zu einem 75mm-Objektiv (Faktor 1,5 bzw. 1,6).

    Wenn Du der Idee vom bergmenschen folgen willst und über ein 18-200er nachdenkst, dann schau aber auch über den Tellerrand und beschäftige Dich mit dem Objektiven von Sigma und Tamron. Die haben bereits aus der analogen Zeit sehr viel Erfahrung mit Superzooms und bauen auch für DSLRs entsprechende Teile. In den Tests schneiden die auch nicht sonderlich schlecht ab. Mittlerweile haben die auch schon Teilchen mit Bildstabilisator.

  5. Thomas

    Was ich vergaß:

    Auch mit Bracketing wirst Du im Zweifelsfall nicht ohne Stativ auskommen. Vergiss nicht, dass Du bei HDR auch mal mit +2 EV Bilder machst und da die Zeit lang werden kann.

    Ich habe mich mehr als einmal geärgert, wenn ich Tage später beim Zusammklatschen festgestellt habe, dass das länger belichtete Bild einen Verwackler hatte bzw. die Bilder selbst zwar nicht verwackelt waren, aber dann doch nicht ganz aufeinander lagen und die Software das nicht ganz ausgeglichen bekommen hatte.

    Aber Du hast Schon Recht: Nur mit Bracketing hast Du überhaupt eine Chance, HDR freihand zu machen.

  6. maggi Artikelautor

    Ich denke, ich werde auf Bergemenschs Angebot zurückkommen und die 350D mal so für ein Wochenende ausleihen. Im Moment tendiere ich ja eher zur Pentax, aber ich muss so eine DSLR mal ein bisschen länger in der Hand gehabt haben als nur mal eben im Doofmarkt oder auf der IFA.

  7. Thomas

    Noch ein Nachtrag:

    Vorhin ist mir wieder eingefallen, was mir beim Kurztest der Pentax negativ aufgestoßen war: Das Einstellmenü soll während des Speichern der Bilder blockiert sein. Das würde mich stinken.

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