Kirschblütenniemandsland

Kirschblüte

 

Jeden Morgen führt mich mein Arbeitsweg über die Grenze zwischen Pankow und Wedding, also in alten Zeiten zwischen Ost und West. Hinter dem S-Bahnhof Wollankstraße stehen Dutzende von Kirschbäumen, die nur einige Tage im Frühjahr wie entfesselt blühen.

Dieses Jahr hatte ich die große Kamera dabei, um die Blütenpracht aufzunehmen, bevor sie wieder wie Schnee auf den Boden rieselt und bald zwischen Hundekacke und weggeworfenen Elektrogroßgeräten verschwindet. Dabei unterhielt ich mich mit jemandem, der mir die Geschichte der Bäume erzählte – sie waren eine Spende japanischer Bürger nach dem Mauerfall. Er selbst sei damals mit seinem noch kleinen Sohn immer mit der Gießkanne zu den Bäumen gezogen, um sie zu wässern.

A world of trials,
and if the cherry blossoms,
it simply blossoms

Kobayashi Issa

Ein Gedanke zu „Kirschblütenniemandsland“

  1. Hi Magnus, ich liebe diese Bäume. Wir haben einen an unserer Straßenecke. Ich freu mich jedes Jahr auf die Blüte und bin dann bestürzt, wie kurz das nur geht.

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