Archiv der Kategorie: anleiten

How to irgendwas

Flickr goes Semantic Web

Warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Flickr bietet jetzt zusätzlich zu den normalen, nutzerdefinierten Tags auch so genannte „machine tags“ an. Die erweitern Tags um Namensräume und um Prädikat-Wert-Paare. Ein weiterer feuchter Traum der Semantic-Web-Gemeinschaft wird wahr: Maschinenlesbare Metadaten für Bilder. Für sehr viele Bilder. Vorausgesetzt, dass irgendein Benutzer das erweiterte Tagging versteht und auch verwendet, natürlich.

Via „Die Stimme der freien Welt„.

Installationsduell Windows XP vs Kubuntu

Hat mir gerade eine Kollegin geschickt, die jetzt auch bald von Windows auf Kubuntu umsteigen wird. Ich bekomme so ein missionarisches Erfolgskitzeln im Bauch, immer, wenn ich jemanden aus den Fängen des Bösen befreit habe. Aber entscheidet für euch, das Duell geht ja auch nicht eindeutig zu Gunsten eines Systems aus.

Installationsduell (Achtung Technosprech)

Sturmblogging

Kyrill Da sitzen noch andere im Auge des Orkans und bloggen sich die Seele aus dem Leib, da darf ich nicht zurückstehen. Solange wir noch Strom und Telefon haben, wird mit brutalstmöglicher Aufklärungsbereitschaft berichtet.

13 Uhr 10

So. Die letzten Gäste sind verabschiedet, sämtliches Kinderspielzeug und die Mülltonne im Gartenhäuschen verstaut, die Gartenmöbel versperren den Hausflur. Zeit, die wertvollen Checklisten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe noch einmal in Ruhe durchzugehen.

  • Alle zu Hause? Nein, denn als Bildungsbürger haben wir unseren Ältesten natürlich trotz Warnungen in die Schule geschickt, Tochter Nummer Eins kommt mit Opa vom Kindergarten (bei dem Mistwetter setze ich mich doch nicht in den Bus :-).
  • Kerzen und Zündhölzer? Alles von Weihnachten noch reichlich vorhanden.
  • Radios mit Batteriebetrieb? (Und New-Wave-Musik am Ohr). Mal schauen, mein alter MP3-Player müsste noch gehen. Wenn ich ihn nur fände.
  • Ein netzunabhängiges Kochgerät? Unser Herd ist noch älteren Datums und hat keine IP-Adresse. Ach so, die meinen Stromnetz! Der gute alte Trangia-Sturmkocher sollte reichen, Spiritus ist noch da.
  • Mineralwasser und Konserven? Mist, wir hätten den Sprudelbereiter nicht anschaffen sollen.
  • Decken und/oder Ofen? Wenn die Heizung ausfällt, werden wir einfach das Parkett im Wohnzimmer rausreißen und in der Küche ein kleines Lagerfeuer machen. Die Kinder werden begeistert sein. Oder wir gehen zu Freunden um die Ecke, die haben einen Kamin.

13 Uhr 30

Gerade kam eine Mail der Dekanin unseres Fachbereichs herein – alle Mitarbeiter dürfen sich freuen, denn heute ist sturmfrei!

Liebe Mitglieder des Fachbereichs,

aufgrund der heutigen Sturmwarnung wird allen Mitgliedern des
Fachbereichs empfohlen, bis 14 Uhr nach Hause zu gehen, um sicher heim zu kommen.

Es besteht heute Nachmittag keine Pflicht, Veranstaltungen durchzuführen bzw. daran teilzunehmen.

13 Uhr 35

Falls noch jemand mitliest: Welche Lieder, die von Stürmen handeln, fallen euch denn so ein? Ich bin ja so retro, dass mir die ganze Zeit „Waiting for the Hurricane“ von Chris de Burgh durch den Kopf geht. Ja, früher fand ich den mal gut. Die alten Songs eigentlich immer noch …

13 Uhr 45

Sponline ist mal wieder topaktuell und liefert einen Sturmticker. Außerdem interessant für zum Beispiel Hausbesitzer: Versicherungstipps für Sturmgeschädigte.
Die größte Angst hatte ich ja als Kind immer vor herumfliegenden Dachziegeln. Ich bin bei stärkerem Wind immer ganz nah an der Hauswand langgelaufen, weil man da nicht so leicht getroffen werden konnte. Heutzutage habe ich eher Sorge, dass es mein Dach abdeckt.

14 Uhr 40

Kyrill ist pünktlich. Laut Aussage meiner Frau sollte es um 14 Uhr windiger werden (Radio) und seit fünf vor zwei pustet es hier schon ganz munter.

15 Uhr

Kleinbloggersdorf hält die Luft an. Weitere kyrillische Einträge bei Nerdcore, BatzLog oder im Hauptstadtblog.

16 Uhr

Mein IMAP-Server bei 1und1 ist schon wieder mal nicht erreichbar. Das geht schon seit Tagen, aber jetzt können sie es ja darauf schieben, dass ein Baum auf den Server gefallen ist.

Das fliegt bald weg

17 Uhr 20

Ich bin sehr gespannt, wie die Weihnachtsbeleuchtung vom Nachbarn morgen aussieht.

17 Uhr 50

Fürchterliche Szenen: Chaos, Verwüstung, zerfetzte Schienen, umgestürzte Waggons. Und ich muss alles aufräumen. Vielleicht hätte ich meinem Ältesten und seinem Freund doch nicht erlauben sollen, meine Lego-Eisenbahn aufzubauen. Ansonsten ist es draußen dunkel wie im Hinterteil eines winterschlafenden Bären und ich glaube langsam, der Sturm wurde etwas überbewertet.

18 Uhr 05

Flugzeuge hört man auch von Zeit zu Zeit noch fliegen. Freund H. hätte vielleicht doch mit dem Flieger nach Hause kommen können, anstatt den Zug zu nehmen, worum ihn seine besorgte Gattin gebeten hatte. Flugzeugen wirft es wenigstens keine Bäume vor die Nase. Bei Flügen im Sturm ist wohl auch nur Start und Landung betroffen. Warum während des Fluges nichts passieren kann, muss mir allerdings ein Strömungsphysiker oder so einer mal erklären.

18 Uhr 20

Es donnert. Das sind vielleicht gar keine Flugzeuge.

20 Uhr 30

Es waren tatsächlich keine Flugzeuge. Um 18 Uhr 30 gab es hier ein dickes Gewitter und Kyrill, der alte Schwerenöter, hatte offensichtlich seinen ersten Höhepunkt. Die Kinder sind in den Panic Room verfrachtet, will heißen, sie dürfen aus Geräuschgründen alle in einem Zimmer schlafen. Wir Eltern haben uns dann anschließend an der Tagesschau und dem Brennpunkt (es kommt immer ein Brennpunkt) delektiert. Am schönsten sind für uns seit jeher bei Wetterthemen die etwas verzweifelten Außendienstler der ARD mit ihren Puschelmikros und den Windundwetterjacken. Den Vogel schoss ein Ulli Meerkamm ab, dessen Frisur haargenau so aussah wie sein Puschelmikro – grau und zerzaust und in der gleichen Art den Widrigkeiten der Witterung unterworfen. Jetzt sitze ich hier und warte auf den zweiten Höhepunkt, der irgendwann am späten Abend oder des Nachts eintreffen soll.

20 Uhr 45

Das ist hoffentlich ein Witz, Olli! Sag, dass es ein Witz ist. Wenn nicht, habe ich gerade den ersten Berliner Sturmstromausfall live am Blog miterlebt:

„18.12: (sehr) nördliches Reinickendorf. Regen. Viel Regen. Ganz viel Regen. Aus allen Richtungen. Auch von unten, weil ich in eine Pfütze gehopst bin. Nein, nicht mit Absicht. Wind gibt es auch. Aber noch im Rahmen. Das Licht flackert. Das finde ich merkw“

Und dann verließen sie ihn. In Berlin-Rosenthal (nur unwesentlich weiter südöstlich) läuft noch alles. (Das muss ein Witz sein. Mister Zuckerbrot musste den Eintrag ja wenigstens abgeschickt haben.)

21 Uhr 50

So langsam geht das hier wieder los mit dem Regen und dem Wind. Sollte es tatsächlich erst um Mitternacht in Berlin so richtig rumpeln? Immerhin hat die Stadt heute (laut Sponline) schon 500 Feuerwehreinsätze hinter sich, von denen ich keinen einzigen gehört habe. Aber das soll ja auch alles im Süden stattfinden, das können sich die Provinzler ja nicht vorstellen, dass es in ein und derselben Stadt mehrere Wetterlagen geben kann.

22 Uhr 15

In Braunschweig passiert nichts mehr. Malcolm hat um neun rum aufgehört zu bloggen. Dafür geht an der Küste noch richtig was ab.

22 Uhr 40

Was Thomas Knüwer für das Land macht, erledigt der Tagesspiegel für die Hauptstadt mit seinem Leserreport: „Bin von einem Döner getroffen worden. Welcher Idiot isst bei diesem Wetter Döner?“ Weitere Aktualitäten aus Berlin bei Liz.

23 Uhr 15

Jetzt geht das aber noch mal los hier. Und ich wollte schon schlafen gehen. Hier unterm Dach hört sich der Wind noch mal schlimmer an, vor allem, wenn er direkt in die Heizungslüftung reinpustet. Das Fenster knackt auch schon ab und zu. Der Bus fährt aber noch. Glücklicherweise stehen hier in der Nähe keine großen Bäume. Freunde haben extra ihr Auto bei uns abgestellt, aus Sorge, auf ihrem Grundstück könnte der Baum beschließen, dem Autodach Hallo zu sagen.

23 Uhr 25

Es regnet wieder. Bö auf Bö. Insgesamt aber weit mehr als zwei. Regen ist gut. Ich habe das Gefühl, dann weht es etwas weniger. Seit über zehn Stunden an der Kiste. Kopfschmerzen. Stromausfall wäre fein.

23 Uhr 45

Okay, ich bin nicht so hart (oder vergnügungssüchtig) wie der Mann von der Küste, also habe ich nur mal den Kopf aus dem Fenster gesteckt. Nichts. Die Dächer sind noch gedeckt. Beim Nachbarn ist die Mülltonne umgefallen. Ich werde morgen wieder zur Arbeit fahren und schauen, wie es unserer Villa geht. Der letzte Wasserschaden ist noch nicht so lange her.

23 Uhr 50

Gute Nacht.

Linux und der iPod

Wo ich ja nun auch einen iPod habe, den aber hauptsächlich unter Linux nutze, stelle ich mal ein zwei praktische kleine Programme vor:

  1. AmaroK, der iTunes-Ersatz (wobei Ersatz etwas zu tief gestapelt ist) bietet gute Unterstützung für iPod-Geräte. Man kann Tracks und Playlisten verwalten, Metadaten auch von AAC-Dateien ändern, nur für gekaufte Musik benötigt man immer noch ein iTunes. Das lasse ich in einer virtuellen Maschine, in der Windows XP installiert ist, laufen. Man muss bloß den iPod immer aus- und wieder einstöpseln, wenn man unter Linux bzw. WinXP auf das Gerät zugreifen möchte.
  2. YamiPod macht das, wofür man unter Windows oder Mac OS X den iSproggler verwenden würde – er untersucht den iPod auf die zuletzt gespielten Tracks und schickt die nach last.fm, um das eigene Musikprofil zu aktualisieren. Es ist ein bisschen fummelig in der Installation, insbesondere, wenn man seinen iPod nicht automatisch synchronisiert, erfüllt seinen Zweck aber ganz gut.

Liebe junge Menschen

Wenn Ihr euch heute dazu entschlossen haben solltet, ein Studium zu beginnen, und euch gleichzeitig ziemlich alleine fühlt, schaut euch doch mal die Statistiken hier an, insbesondere die Geschlechtsverteilung nach Studiengängen. Und dann überdenkt eure Wahl noch einmal. Wozu die feinen StudiVZ-Daten doch gut sind.

Nebenbemerkung: An der TU Berlin wurde das übrigens ziemlich genial gelöst, indem man die Informatik mit den Erziehungswissenschaften in ein Gebäude gesteckt hat. Dass ich heute als Ex-InformatikStudent an der TUB glücklich mit einer Grundschullehrerin verheiratet bin, die ebenfalls dort studiert hat, hat aber wirklich rein gar nichts damit zu tun.

Via Basic Thinking

Nerdklapp

Der Jojo hat ein kleines Skript geschrieben, das einem die Moderation von Julklapp-Runden (bei denen heißt das wohl "Wichteln", in den USA "Secret Santa") erleichtern soll. Das Problem ist ja immer, dass jemand sich selbst ziehen könnte. Dafür gab es bislang zwei Lösungen:

  • Man setzt sich in gemütlicher Runde zusammen, wirft alle Namenszettel in einen Hut und zieht reihum. Sobald sich jetzt jemand selbst zieht, werfen alle ihre Zettel wieder in den Hut und das Ganze startet von vorne
  • Man hat einen Moderator, der die Zettel zieht und zusieht, dass keiner sich selbst zieht. Das ist insbesondere – wie Jojo richtig erkannt hat – bei Julklapprunden in der Blogosphäre unerlässlich. Leider kann der Moderator dadurch nicht selbst mitmachen, weil ihm alle Geheimnisse offenbar sind.

Die dritte Lösung ist jetzt, die Ziehung zu automatisieren – das macht Jojos Skript ganz wunderbar. Das Skript hat nur ein Problem: Der Algorithmus für die zufällige Permutation der Teilnehmerliste hat einen unendlichen Aufwand – er terminiert potentiell nicht. Die Liste wird quasi so lange gemischt und überprüft, bis mal eine ordentlich gemischte Liste herauskommt.

Wir (der Arne und ich) haben beim Mittagessen überlegt, ob man den Aufwand für den Mischalgorithmus nicht sogar linear machen könnte. Man muss den jungen Informatikstudenten ja sinnvolle Alternativen bieten und nicht nur billig ihre Lösungen kritisieren 🙂

Meine spontane Idee war, das Zufallselement zu eliminieren und zu sagen, dass jeder auf der Liste seinen jeweiligen Nachfolger beschenkt, der letzte dann den ersten. Das ist aber dann dumm, wenn z.B. zwei in der Liste deshalb nebeneinander stehen, weil sie sich kennen. Außerdem kann jemand, der die Liste kennt, ja dann alle Geheimnisse einsehen. 

Nach vielen Diskussionen hat Arne dann folgendes Verfahren entwickelt:

 Der Handt-Niemannsche Julklappalgorithmus

  • Man geht einmal die Indizes der Teilnehmer von vorne bis hinten durch und tauscht das Element am aktuellen Index mit einem beliebigen zufälligen aus der Liste.
  • Das war Arnes Teil – der sorgt dafür, dass der Aufwand linear bleibt, weil man tatsächlich die Liste der Teilnehmer nur einmal durchgehen muss und sie trotzdem gemischt werden.
  • Wir können natürlich nicht sichergehen, dass bei dem o.g. Mischen nicht eventuell die Reihenfolge beibehalten wird. Also kommt als nächstes meine Idee doch noch zum Tragen:
  • Jeder in der neuen Liste beschenkt seinen Nachbarn zur Rechten, der letzte natürlich den ersten.

Hier gibt’s einfach alles

Lego minifig Halloween costume construction #16

Manchmal erschrecke ich ein bisschen über die unendlichen Weiten des Webs. Es gibt inzwischen eigentlich kaum etwas, was hier nicht schon mal irgend jemand irgendwann ausprobiert, geschrieben, getan hätte. Und wenn es ein Lego-Minifig-Halloweenkostüm ist, das sich Laurence vor drei Jahren ausgedacht hat und das ich nur gefunden habe, weil ich für meinen Lego-User-Group-Account einen Avatar brauche und überhaupt sollte ich mal wieder raus hier und an die frische Luft (gefühlte 50° Celsius auf der nach oben offenen Schwitzende-Blogger-Skala).

PS: Wer jetzt noch rauskriegt, aus welchem schönen Film der Achtziger der Titel dieses Artikels stammt, kriegt – wie wir in der Grundschule zu sagen pflegten – einen Gummipunkt.