Monatsarchiv für Oktober 2006

 
 

Sonntag morgen, sechs Uhr dreißig

Noch eine Erkenntnis zur Winterzeit: Uhren lassen sich eine Stunde zurückstellen, Kinder nicht.

Ohrwurm

In der aktuellen Diskussion zum Thema "Unterschicht" immer wieder ein Ohrwurm:

 I want to live like common people,
I want to do whatever common people do,
I want to sleep with common people,
I want to sleep with common people,
like you.

"Common People", Pulp, 1995


Sie werden es nicht mehr lernen

Dass der seriöse Journalismus ("seriös" jetzt im Gegensatz zu dieser Klowand des Internets ) sowie auch eigentlich fast alle anderen das Internet nicht mehr vom World Wide Web unterscheiden können – geschenkt. Dass die fiesen kleinen Programme, die in harmloser, ja gar hübscher Form getarnt in den Rechner eindringen, Trojaner heißen – damit muss man jetzt leben. Dass Tagesspiegel-Schreiber, die aber einen schnieken Aufreißer suchen, Sachen raushauen wie

Trojaner verstecken sich heutzutage nicht mehr in überdimensionalen Pferden aus Holz.

(Thomas Gehringer im Tagesspiegel vom 26. Oktober 2006, Seite 31), scheint mir doch erwähnenswert.Die Trojaner haben sich noch nie in der Geschichte in überdimensionalen Pferden aus Holz versteckt. Es waren die Danaer. Ich habe meine Frau gefragt, die ist Geschichtslehrerin. Und wenn man unbedingt auf der Metapher herumreiten will, sollte man zumindest vorher nochmal seinen Homer lesen.

Für Linus

I can see you in the morning when you go to school

Don't forget your books

you know you've got to learn the golden rule

Stop your play and go on with your work

And be like Johnnie Toogood

Don't you know he never shirks

He's coming along

Supertramp, 1989 Schule
 

 

Wien, Wien, nur du allein

Hurra, unser Papier auf der Semantics 2006 ist angenommen, was bedeutet, dass ich Ende November nach Wien fliegen darf. Am letzten Tag hätte ich noch bis abends Zeit, mir die Stadt anzusehen. Was sollte man an einem Nachmittag in Wien unbedingt gesehen haben?

Macht mal Vorschläge! 

Selbstreferenz

Wikipedia – Wikipedia, the free encyclopedia

Duck and cover 2.0

Duck and cover
 

Zwar hat mittlerweile das Wort "Angst" ja schon im Englischen Einzug gehalten, aber meiner bescheidenen Meinung nach sind die US-Amerikaner immer noch die Weltmeister im Angsthaben und -einjagen. Ganze Branchen leben von der Angst der Kunden, und auch die Regierung tut das ihrige, um weiter Angst zu schüren.  Sehr anschaulich sind hierzu die Webseiten des Department für Homeland Security, im Grunde genommen eine Neuauflage der "Duck and Cover"-Anleitungen aus der Zeit des kalten Kriegs im Web-2.0-Design.

Linux ist tot – es lebe Linux

Das Leben mit einer Linux-Distribution kommt einer menschlichen Beziehung viel näher als die Benutzung von Windows. Ich kann mich noch erinnern, wie ich auf meinem 386er damals Anfang der Neunziger die erste Slackware-Distribution installiert hatte. Ich besaß nur zehn Dreieinhalbzolldisketten, mit denen ich dann die Pakete für das Linux von der Uni nach Hause transportierte. Als SuSE dann irgendwann firmierte und es bei Lehmanns in der Hardenbergstraße CDs zu kaufen gab, war ich sofort dabei.

Da Linuxer eine viel stärkere und emotionalere Bindung zu ihrem Betriebssystem haben als reine MS-Droiden oder die Trendjunkies von Mac OS X, blieb ich über zehn Jahre der SuSE treu. Wir haben Höhen und Tiefen durchlebt (ich sage nur YaST2), aber jetzt ist es aus. Nachdem Novell die Firma übernommen hatte, sah alles noch ganz Gold aus – endlich eine dicke Firma mit einem Commitment zu Linux. Bis zur Version 10.0 lief auch alles so weit ganz gut. Seit aber SuSE gezwungen wurde, das ZEN-Update- und Paketmanaement, was Novell irgendwann für NetWare entwickelt hatte, mit zu unterstützen und sich zeitweise bis zu drei Paketmanagementsysteme um die Vorherrschaft über meine Platte stritten, habe ich keine Lust mehr. Zumal sowohl Sound als auch MP3-Unterstützung auf meinem Arbeitsrechner einfach nicht zum Laufen zu bringen waren (Dell Optiplex GX280) – und was will ich im Büro ohne Musik, ehrlich!

Ich habe jetzt SuSE verlassen und bin zu (K)ubuntu gewechselt.

  • Paketmanagement: von Debian, also sicher und stabil.
  • Oberfläche: KDE, mit Kubuntu.
  • Installation: genau so einfach, und man kann während der Installation die Live-CD benutzen – zum Websurfen oder so. Das kann nicht mal Windows.
  • Hintergrund: eine Firma, die einem von den Guten gehört.

Mal sehen, wie es nächste Woche aussieht, aber momentan bin ich noch sehr begeistert.