Monatsarchiv für September 2006

 
 

Endlich – Katzencontent bei Grindblog

Ihr vermisst die persönliche Note im Grindblog? Ihr seid entnervt von den wirren Schilderungen eines für das tägliche Leben völlig irrelevanten Kongresses? Ihr wollt es wieder haben, dieses warme, weiche Gefühl beim Lesen eines Artikels? Okay, endlich habe ich auch mal Katzencontent:

Der Link auf ein Schweizer Blog passt. Ist ja auch eine Schweizer Katze.

[Liveblogging XML-Tage] Rich User Experience

So, genug geärgert. Es geht weiter. 

Vortragend: Raju Bitter .

 Verschiedene Formate sollen dem User einer Webseite ein ganz neues Gefühl vermitteln: mehr Sinneseindrücke, mehr Interaktion. Als Web-2.0-Technologien, die das leisten, zählt Raju AJAX, OpenLaszlo, Adobe Flex, XUL und Microsoft WPF auf. Besonders schön hier die Beispiele, die die einzelnen Technologien samt Vor- und Nachteilen demonstrieren. Weitere Schnipsel:

  • Rich User Experience sieht echt klasse aus und bringt scheinbar auch Firmen einen Mehrwert – das wird vor allem die freuen, die auch hergekommen sind, um zu sehen, wie man mit Web 2.0 Geld machen kann.
  • Ich würde das aber eher als Web-2.0-Technologievortrag verstehen. Um die userorientierten Aspekte wie Partizipation hatte sich Markus ja schon heute morgen gekümmert.
  • Interessant auch die Einblicke in die Entwicklung von Rich User Applications.

Insgesamt ein schöner Abschluss eines guten Infotags – auf jeden Fall des interessantesten, den ich bei uns bislang erlebt habe.  

[Liveblogging XML-Tage] Microformats, WebAPIs und Mashups

Interessant strukturierter Vortrag (Die einzelnen Folien bestehen nur aus ganz kurzen Slogans. Das muss cool sein!), dem ich leider nicht vollständig folgen kann, weil ich gerade damit beschäftigt bin, meine flickr-Fotos neu zu taggen. Es gab die Aufforderung der Organisation, Fotos der Kategorie "Spaßbildchen" nicht mit "xmltage" zu taggen, damit potentielle Sponsoren nicht abgeschreckt werden. Auweia! Da ich letztendlich dienstlich hier war, werde ich dieser Aufforderung natürlich Folge leisten. Eine Kollegin hat es offenbar noch schlimmer getroffen, die soll nun ihre ganzen Fotos wieder von flickr runternehmen.

Wer also wissen möchte, was ich persönlich auf dieser Veranstaltung gesehen habe, suche bei mir nach den Tags "humboldt university berlin 2006". Man sollte ja auch nicht glauben, dass die Veranstaltung eines Web-2.0-Infotags auch impliziert, dass man von den dort vorgestellten Dingen wie Partizipation, offenen Inhalten und so tatsächlich Gebrauch machen soll …

 Abgelegt unter anderem unter "kotzen".

[Liveblogging XML-Tage] Tagging mit Bedeutung

Die Vortragenden Konrad Hosemann und Björn Feustel von EsPresto werden jetzt sicherlich nicht mit radikalen Themen aufwarten, immerhin sind sie ja auch im Auftrag der Firma unterwegs. Interessant wird hier eher, in wie weit eine kleinere Softwarefirma, die so etwas m.E. bislang nicht betrieben hat, auf neue Trends wie Web 2.0 reagiert. Die  technologieorientierte Stoßrichtung wird dann andere Diskutanden auf den Plan rufen als im Vortrag davor. Ich sehe Kollegen Klaus schon innerlich die ersten Fragen  notieren. Super sehen die Folien übrigens aus – EsPresto hat da ohnehin immer recht gute Masterfolien.

Einige Schnipsel:

  • Tagging hat sowohl private als auch soziale Aspekte – siehe GMail, Annotations in Bildarchiven oder aber den Bereich "Social Software".
  • So so, sie wollen also Tagging mit Semantik versehen. Das wollen andere auch. Freies Tagging hat also Probleme, mal sehen, was sie dagegen tun wollen.
  • Die vier hier rechts neben mir scheinen  zur Konkurrenz zu gehören. Sonst würden sie eher bei einem Kaffee draußen plauschen als hier während des Vortrags.

So, das war Björn mit "Was alles nicht geht mit Freiem Tagging". Auftritt Konrad, der jetzt erklärt, was EsPresto verbessern will:

  • Sie wollen Tags typisieren und als Typen und auch als Werte Konzepte aus vorhandenen Ontologien wie Dublin Core verwenden.
  • Für die Typen nehmen sie dann XML, RDF, OWL. EsPresto Tagging als serverbasierte Lösung für die Typisierung Ihres privaten Tagsystems. Gibts das auch von Ratiopharmals freie Software?

Schöner Vortrag. Erster Diskussionbeitrag "Das gibt es im Dokumentenmanagement doch schon seit hundert Jahren." Ich möchte einmal erleben, dass nicht einer auftritt, der mosert, dass es sowas doch schon immer gab. Man muss zu Gute halten, dass das keine Kritik war, eher ein Hinweis, dass die DM-Leute wohl auch Tagging wollen, weil das viel billiger ist. Es gab auch kaum Firmenwerbung, das ist den Vortragenden hoch anzurechnen.

[Liveblogging XML-Tage] User as Contributor

Vortragender: Markus Beckedahl.

Das soll jetzt wohl kein typischer Web-2.0-Vortrag werden, so mit den üblichen Schlagworten. Markus scheint aus dem klassischen OS-Stall zu kommen und als Beispiele für gute Einbindung von Benutzern werden Linux oder die Wikipedia angeführt. Einige Schnipsel:

  • User as Contributor gibt es schon lange – siehe Open-Source-Bewegung. Es folgt der evangelistische Ritt durch die Jahre inklusive Creative Commons.
  • Viele Köche machen überhaupt erst guten Brei, sie verderben ihn nicht.
  • Andere Anwendungen für OS: Hardwarestrategien von Linksys, Siemens, LEGO, iRiver erlauben durch Auswechslung der Firmware die Entwicklung völlig neuer Features. OS-Marketing (als Beispiel dient Spreadfirefox), OS Campaigning (Howard Dean) werden erwähnt und vieles mehr.

So, nun ist der "filthy hippie" fertig, jetzt sollten die Kommerzjunkies hier auf ihn losgelassen werden. Keine Kritik?!

[Liveblogging XML-Tage] Web 2.0 – Eine Einführung

Tja, Leute, das ist live! Arash Yalpani will natürlich direkt Anwendungen aus dem Web zeigen, was bedeutet, dass die Organisation erst einmal zehn Minuten mit der Technik beschäftigt ist. Es folgt die Aussage, dass einige der Dienste, die Arash vorstellen wollte, unter Stabilitätsproblemen leiden und deshalb doch nicht gezeigt werden können. Es bleibt der Eindruck, dass Vorträge mit Live-Beispielen, insbesondere solchen, die einen Internetzugang erfordern, eine gefährliche Sache sind. Leider fehlt eine Übersicht zu Anfang (Was ist denn mal so Web 2.0?), so dass der Vortrag etwas zerfasert. Dafür stimmt aber inhaltlich alles: AJAX, Web-APIs, Partizipation, Dezentralisierung undsoweiter. Mein Tipp: Um Web 2.0 kennenzulernen, einfach mal machen! Bloggen, Bilder auf flickr einstellen, Blogs lesen und kommentieren, Links bei del.icio.us taggen und mehr.

[Liveblogging XML-Tage] Questions on the Semantic Web

Vortragender: Ivan Herman, beim W3C für den Bereich "Semantic Web" zuständig. Ivan wirkt schon um neun uhr morgens nicht mehr ganz frisch und mit dem Vollbart könnte er auch als Linux-Kernel-Entwickler durchgehen. Aber das Thema hat was. Er beginnt damit, zu erklären, was Semantic Web nicht ist und räumt vor allem mit dem Mythos auf, das Ganze wäre so eine Art KI auf dem Web. Es folgt eine Tour durch die Aspekte von SW, die interessant sind. Leider gibt es (noch) keine Slides vom Vortrag online, sonst würde ich die hier mal verlinken. Sie sind ansprechend gestaltet, im Gegensatz zu vielen deutschen Vorträgen, die an Trockenheit vielleicht nur noch von Knäckebrot in der Sahara übertroffen werden, scheint es im angelsächsischen Raum ein Anliegen der Presenter zu sein, den Zuhörer für das Thema zu interessieren. Interessanter Ansatz …

La-La-Liveblogging von den XML-Tagen

GeheimzeichenWie jedes Jahr im Herbst zieht es uns in die karbolgetränkte Humboldt-Universität zu Berlin, um die Berliner XML-Tage zu zelebrieren. Da – wie berichtet – dieses Mal auch ein Web-2.0-Infotag organisiert wurde, werde ich versuchen, das ganze stilecht mitzubloggen.

Aber zunächst mal ein Vortrag der Konkurrenz: Ivan Herman vom W3C-Konsortium (für Uneingeweihte: Das sind die, die dafür sorgen, dass es gewisse Standards im Web gibt) über “Questions (and Answers) on the Semantic Web”.

Der Richard bloggt übrigens auch.

Prost Neujahr oder besser Le’chaim

Heute abend ist übrigens der letzte Abend des Jahres 5766. Allen jüdischen Bloglesern schon mal ein fröhliches und gesegnetes neues Jahr – im Voraus.

Wie alles begann (5)

Die Vertreibung aus dem Paradies

Natürlich war es etwas Erhebendes, Zugang zu einem Computer zu haben, noch schöner wäre aber gewesen, einen selbst zu besitzen. Stattdessen saßen wir oft bei Markus zu neunt zu Hause am Schneider und spielten Kaiser (der Joystick wurde für jeden Spielzug immer von Hand zu Hand gereicht) oder ich ging zu Frank, wo wir die neuesten Listings aus einer der damals noch recht rar geäten Computerzeitschriften in seinen Schneider abtippten. Oder ich saß halt in der Schule. Oder ich lungerte bei Horten im Märkischen Viertel herum und begaffte meinen Traumcomputer – den Schneider CPC.

Schneider/AMSTRAD CPC 464

In unserer Klasse hatten nämlich seltsamerweise alle Freaks, auch die, die vor einiger Zeit noch einen ZX81 besaßen, einen Schneider. Wir waren da irgendwie anders sozialisiert, obgleich um uns herum C-64-Land war.

Im Computerraum der Schule war ich mittlerweile der Hauptbewohner und hatte mir, um nicht immer im Lehrerzimmer die Boot- und Programmdisketten abholen zu müssen, alles wesentliche auf eigene Disketten kopiert. Leider ließ ich die irgendwann herumliegen, mein Mathelehrer entdeckte sie, hielt mir einen Vortrag über “Raubkopien” (für mich waren das eher “Sicherungskopien”, aber die Diskussion existiert seit Erfindung der Diskette) und verbannte mich für ein Jahr aus dem Computerraum.

Das hätte die Vertreibung aus dem Paradies sein können, wenn ich nicht kurz darauf mit Hilfe der Verwandschaft, eines Geburtstags und eines Supersonderangebots meinen eigenen Schneider gekauft hätte. Mit Grünmonitor und Kassettenlaufwerk. Ich kann jetzt noch ungefähr den Anfang von “Elite” von Bell & Braben pfeifen. Kassetten hatten auch den Vorteil, dass man Spiele auf Vaters Doppeltapedeck kopieren konnte. Nur die Ladezeiten waren etwas langsam, aber akzeptabel, wenn man sie mit dem 1540er-Diskettenlaufwerk des C64 verglich, das war auch nicht viel schneller. Später kam dann noch eine Floppy dazu, mit den legendären Drei-Zoll-Disketten, die so teuer waren, dass ich mir vom Taschengeld immer nur eine pro Monat kaufen konnte. Dafür konnte ich meinen Computer in BASIC vernünftig programmieren und musste nicht wie die Besitzer des Feindcomputers Assembler lernen, um irgendwas Vernünftiges auf dem Gerät zustande zu bringen. Aber bald mehr zu meinem Werdegang als Programmierer.

(In der Reihe “Herzlichen Glückwunsch oder Wie alles begann“ ist dies der fünfte Artikel nach jenem hier)